Geschichte von Gessertshausen

Zum Ortsteil Gessertshausen gehören die geschichtlich bedeutsamen Gemeindeteile, die Klostersiedlung Oberschönenfeld, der Weiler Dietkirch mit Pfarrkirche und die Einöde Engelshof.

Urkundlich erscheint der Ortsname „Gotsherhusen” erstmalig um das Jahr 1150, doch zählt Gessertshausen zu den ersten Niederlassungen unserer Vorfahren im Schmuttertal und wird als Ausgangspunkt für die Besiedlung der Umgebung betrachtet.
Im Mittelalter wurden die bischöflich augsburgischen Besitzungen aus Gessertshausen an verschiedene Augsburger Bürger, darunter auch dem Sieboto Schongauer, als Lehen verliehen. Durch Schenkung und Kauf gingen alle diese Besitzungen allmählich an das Kloster Oberschönenfeld über, das bis zur Säkularisation die Grundherrschaft ausübte.
Ursprünglich auf einer Insel, jetzt an der Schmutter, liegt die für die weite Umgebung wichtige Taufkirche in Dietkirch; der jetzige Kirchenbau stammt aus dem Jahre 1723 und ist ein Werk des Südtiroler Baumeisters Franz Beer. Im Tal der Schwarzach, südwestlich von Gessertshausen, liegt das Zisterzienserinnenkloster Oberschönenfeld. Dieses 1211 gegründete Kloster wurde 1803 aufgelöst, konnte jedoch 1836 wieder errichtet werden. Neben der kunsthistorisch bemerkenswerten Klosterkirche von Franz Beer stellt der gesamte Klosterkomplex in seiner ursprünglichen Form eine Einmaligkeit im ganzen deutschen Raum dar.
Mitten in den Wäldern, südlich von Gessertshausen, liegt die Einöde Engelshof, die vermutlich durch Rodung im elften Jahrhundert entstanden ist und durch Kauf 1151 an das Augustiner-Chorherrenstift St. Georg in Augsburg kam. Das kleine Schlossgut diente den Chorherren bis zur Säkularisation als Sommeraufenthalt, die 1613 dort errichtete Michaelskapelle wurde leider 1834 abgerissen.