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Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen  |  E-Mail: info@gessertshausen.de  |  Online: http://www.vg-gessertshausen.de

Anfrage des Gemeinderates Gessertshausen vom 12.10.2016

Stellungnahme des Staatlichen Gesundheitsamtes zum Thema Chlorung des Trinkwassers

Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt.

In der Trinkwasserversorgung der Gemeinde Gessertshausen wurden im Juli 2016 coliforme Bakterien an mehreren Messstellen im Versorgungsgebiet, sowie im Hochbehälter der Versorgungszone Gessertshausen-Ost / Deubach gefunden. Das Gesundheitsamt erwirkte zunächst ein Abkochgebot, welches bis zur sicheren Chlorung des Trinkwassers aufrechterhalten wurde. Die Sicherheitschlorung in der betroffenen Versorgungszone war erforderlich, um den Bürgern Trinkwasser im Sinne der Trinkwasserverordnung - also frei von Krankheitserregern - zur Verfügung stellen zu können. Die in den Proben festgestellten Erreger sind als Krankheitserreger einzustufen.


Die Gemeinde Gessertshausen ist gesetzlich verpflichtet sicherzustellen, dass allen Bürgern einwandfreies Trinkwasser zur Verfügung gestellt wird. Dieses Erfordernis gilt als erfüllt, wenn die regelmäßig durchzuführenden Laborbefunde eine einwandfreie Beschaffenheit des Trinkwassers bestätigen und die allgemein anerkannten Regeln der Technik bei Planung, Bau und Betrieb der Wasserversorgung eingehalten werden.


In der sofort eingeleiteten Ursachenforschung wurde festgestellt, dass der technische Zustand bestimmter Anlagenteile (Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung) nicht den - in der Trinkwasserverordnung (§ 17 Abs. 1 TrinkwV) genannten - Anforderungen entsprechen. Das Gesundheitsamt kann einer Aufhebung der Sicherheitschlorung erst dann zustimmen, wenn die gesetzlich festgelegten Anforderungen der Trinkwasserverordnung durch die Gemeinde Gessertshausen wieder erfüllt werden.
Dass dieses Erfordernis auch zum aktuellen Zeitpunkt nicht erfüllt ist, bestätigt die Meldung der Stadtwerke Augsburg vom 25.10.2016 über einen Fremdwassereintritt im Hochbehälter Deubach. Diese Feststellung alleine würde unter Umständen für die Anordnung einer Sicherheitschlorung ausreichen. In der Gesamtschau muss jedoch festgestellt werden, dass derart viele technische Mängel in der Trinkwasserversorgung bestehen, dass zunächst eine Risikoanalyse zur Beurteilung des Schadensausmaßes erforderlich ist.


Mit der Erstellung dieser Risikoanalyse wurden die Stadtwerke Augsburg beauftragt. Diese steht nun zur Verfügung und wurde dem Gesundheitsamt Augsburg letzte Woche zur Prüfung vorgelegt. Anschließend ist der technisch einwandfreie Zustand - entsprechend des festgestellten Schadensprofils - im gesamten Versorgungsgebiet herzustellen. Nach Umsetzung aller notwendigen technischen Maßnahmen, kann das Gesundheitsamt die angeordnete Chlorung aufheben. Anschließend wird der Erfolg der Sanierung durch eine enge und umfangreiche Probenahme im gesamten Ortsnetz auf seine Nachhaltigkeit geprüft.


Die von den Stadtwerken erstellte Stellungnahme zu Ihrer Anfrage bestätigen wir hiermit. Das eigenmächtige Abstellen der Sicherheitschlorung wäre ordnungswidrig im Sinne der Trinkwasserverordnung. Sofern durch die im Trinkwasser enthaltenen Krankheitserreger Menschen zu Schaden kommen, wäre dieses Vorhaben auch strafrechtlich relevant. Unabhängig davon sind derartige Versuche - auf Kosten der Gesundheit der Bevölkerung - auch ethisch nicht zu vertreten.

 

Es ist also geboten, unverzüglich die notwendigen Maßnahmen zu Behebung dieser Störung zu ergreifen. Wir fordern Sie auf, einen gesetzeskonformen Betrieb der Trinkwasserversorgung Gessertshausen sicherzustellen.

 

gez. Schlachter

 


Der Gemeinderat ist sich einig, dass die notwendigen Sanierungs- und Verbesserungsmaßnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden müssen. Die wichtigsten Maßnahmen sind auch bereits eingeleitet. Der zeitliche Ablauf ist jedoch momentan noch nicht endgültig abschätzbar.


Werner Pux
Zweiter Bürgermeister

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