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Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen  |  E-Mail: info@gessertshausen.de  |  Online: http://www.vg-gessertshausen.de

AK Bauen, Wohnen, Innenentwicklung - Zwischenergebnisse 12.04.

Um diesen Fagen nachzugehen, haben die Mitglieder des Arbeitskreises mehrere hundert Fotos aufgenommen und ortsweise analysiert.
Bauen, Wohnen_Titelbild
Zwei Bildschirme standen für Bilderspaziergänge durch die Ortschaften bereit...

 

Bauen, Wohnen_titelbild 3

 

und viele Besucher machten halt und ließen die Aufnahmen auf sich wirken.

 

 

Immer wiederkehrende Themen waren unter anderem: ortsprägende Charakteristika wie historische Gebäude und Dorfmitten, Leerstände, Baulücken und unbebaute Baugebiete sowie die Einbettung der Orte in die Landschaft.

 

Die Ergebnisse wurden in Ortsteilkarten festgehalten:

 

Gessertshausen

Gessertshausen_Ortskarte

Aufgefallen sind:

 

(1) Von Margertshausen kommend ist der Blick auf die landwirtschaftliche Halle ähnlich dominant wie vom Radweg an der Bahn aus (rot).

(2) Wirtschaftsgebäude von Josef Stuhler an der alten B300. Besonders positiv erscheint die Hofzufahrt mit der Giebelseite des Stadels mit einem Marterl. Die Stelle wird bei der Fronleichnamsprozession als Altarstandort genutzt (grün).

(3) Als historisch wertvoll und gut erhalten erscheint das Ensemble.
Ebenso ein renoviertes Haus gegenüber der Gaststätte Puberl, von dem jedoch kein Foto vorhanden ist.

(4) Feuerwehr und Leichenhaus bereichern den Blick in Richtung Bahn (grün).

(5) Bemängelt wurde jedoch die fehlende Ortsrandbegrünung im Nordwesten von Gessertshausen (rot).

(6) Der alte Bahnhof erscheint im ersten Moment als vereinigtes Hüttenwerk, sticht bei genauerem Hinsehen jedoch durch seine vielseitige Nutzung positiv heraus (orange).

(7) Als verbesserungsfähig wird die Fassadengliederung des Verwaltungsbaus der Brauerei Schimpfle unmittelbar an der Ortsdurchfahrt eingestuft. Eine senkrechte Gliederung würde die Situation vermutlich etwas entspannen (rot).

(8) Entwicklungspotential steckt in der alten Schmiede. Sollte als historisch wertvoll erhalten werden (orange).

(9) Hofansicht vom Anwesen Kraus mit Hausbaum und gegenüberliegende Zahnarztpraxis (grün). Weniger attraktiv erscheint eine sehr dominante Antennenanlage auf dem Nachbarhaus.

(10) Architektonisch bedeutsam erscheint die funktionale Trennung zwischen Bauernhaus und Scheune (grün).

(11) Ortsdurchfahrt Richtung Supermarkt ohne Raumbildung (rot)

(12) Der Lindenpark könnte für die Allgemeinheit besser erschlossen werden (orange).

(13) Auch im Fußweg zur Lärchenstraße steckt Entwicklungspotential (orange).

(14) Zentrale Fläche mit einem Bebauungsplan bereits älter als 10 Jahre. Darin liegen Entwicklungschancen für Gessertshausen (vgl. auch Protokoll vom 18.09.12, orange).

(16) unbebaute Flächen (orange)

 

Diskussion, Anregungen und Impulse:

Der von Bebauung weitestgehend frei gehaltene Schwarzach-Talgrund könnte ebenfalls besser für die Öffentlichkeit erschlossen werden, z. B. durch eine rad- und fußwegige Vernetzung der beiden Hauptwohngebiete mit dem Rathaus, dem Bahnhof, dem Supermarkt, dem Sportplatz, der Mehrzweckhalle und der B300 als Einkaufsstraße. Sollte die Hafner-Wiese bis zu einer eventuellen Realisierung für die Bebauung zur Verfügung stehen, könnte sie dabei eine zentrale Rolle spielen (vgl. auch Protokoll vom 18.09.12 und Lageplan mit Eintragungen).

 

 

Deubach

Deubach_Ortskarte

Aufgefallen sind:


Extrem viele Baulücken. Laut Aussage von Architekt Fäustlin gibt es das nur in Gessertshausen. Auch ergeben sich weitere Probleme mit der Erschließung und der Frischwasserverkeimung in ungenutzten Wasserleitungen. Außerdem gibt es viele versiegelte Flächen, die nicht nötig wären.

(1) Raiba Lagerhaus – Gestaltung bei der Umnutzung
(2) Alte Schule
(3) Raiba Lagerhaus, Schreinerei Strehle – außergewöhnliche Baustile
(4) Kirche (grün)
(5) Dorfplatzgestaltung (orange).
(6) Ortsausgang Richtung Rommelsried (orange).
(7) Haus hinter der Bus-Haltestelle (grün) in der St. Gallus Straße prägt das Ortsbild. Erhalt wäre wünschenswert
(8) Kraus: Altes Bauernhaus steht ungenutzt, schade dass Ersatzbauten dafür auf der grünen Wiese entstehen (orange).
(9) altes kl. Bauernhaus in der Freiherr-von-Zech-Str. (rot)

 

Diskussion, Anregungen und Impulse:

Auffallend ist die Baustilvielfalt in Deubach und die Nutzungsverlagerung weg von der Durchgangsstraße.
Frage: Wie kann diese Entwicklung beeinflusst werden, so dass aktuelle Nutzungsanforderungen mit einer positiven Ortsentwicklung einher gehen?

 

Wollishausen

Wollishausen_Ortskarte

Positiv aufgefallen sind:

 

  • Blick auf die Kirche, praktisch von allen Seiten, da am höchsten Punkt des Altdorfes erbaut!
  • Blick von der Schmutterbrücke nach Südwesten auf das schön eingegrünte „Wochenendgebiet“
  • Anwesen Klein mit dem Fußweg Richtung Friedhof (Dietkirch)
  • Giebelständige Bauweise in der Wohlleibstraße
  • Gasthof Deil als sehr gelungenes Renovierungsbeispiel und mit der alten Kegelbahn
  • Bauernhof Wagner mit der Originalfenstergliederung
  • Kleine Kapelle am Fußweg zum Friedhof beim Anwesen Schropp
  • Fußweggestaltung vom Dorfanger zum Anwesen Schmid Werner
  • Das alte schwäbische Bauernhaus auf dem Anwesen Jaser
  • Anwesen Pux
  • Der Kastnerhof
  • Anwesen Mayrhörmann (Weber)
  • Anwesen Mayrhörmann (Hamp)
  • Festplatz am Bergweiher (Schulwald)
  • Anwesen Wiedemann (Käser)


Diskussion, Anregungen und Impulse:

Der Blick von der B300 könnte durch eine Ortsrandbegrünung aufgewertet werden.
Der Brunnen an der Weggabelung Kohlstadtstraße/Alpenstraße sollte gestalterisch besser integriert werden. Das Fotographenteam hat ihn eher als Fremdkörper empfunden.
Die Funktion des Feuerwehrplatzes als Festplatz (z.B. für Maibaumfeier) und Spielplatz könnte gestalterisch besser zum Ausdruck gebracht werden, z.B. durch Pflasterungen als Abgrenzung zur Straße.
Durch Reaktivierung des Fußwegs von Wollishausen Richtung Reitenbuch/Fischach, an der Schmutter entlang, könnte Wollishausen auch in Verbindung mit der Staudenbahn zu einer attraktiven Rundwanderung einladen.
Eine Reaktivierung der alten Kegelbahn beim Gasthaus Deil könnte den Aufenthalt noch attraktiver machen.

 

 

Margertshausen

Margertshausen_Ortskarte

 

(1) Blick vom Tennisplatz in Richtung Kirche (grün)

  • Im weiteren Rundgang werden Auffälligkeiten ohne besondere Bewertung genannt:
  • Frank, ortsprägend
  • Bäckerei Schnell, Wohnhausneubau (Kleinigkeiten beeinträchtigen das sonst stimmige Erscheinungsbild)
  • RaiBa Lagerhaus mit Ferienwohnung
  • Willibald Steiger: das altes Wohnhaus wird wieder genutzt
  • Kehrle: Nachverdichtung möglich
  • Festplatz am Feuerwehrhaus – Weiterentwicklung, z. B. durch zus. Parkbäume
  • Alte Schmiede an der Hauptstraße, ungenutzt
  • Neumayer, alter Baustil
  • Mehrfamilienhaus in der Angerstraße
  • Lautenbacher in der Angerstraße – hohe Tujahecke engt das Dorfbild ein
  • rotes Holzhaus
  • lange Grundstücke am Ortsrand nach Fischach, zum Teil mit Übertragsfahrt,
  • vermutlich durch „Gefälligkeitsausweisung“
  • Gewerbegebiet Steiner
  • Lautenbacher: altes Bauernhaus kann vermutlich nicht mehr erhalten werden
  • Balkon am Bußjägerhaus
  • Fendt in der Bergstraße: große Materialvielfalt
  • Weber – großer Garten mit Nachverdichtungsmöglichkeit
  • Mayr in der Ziegelstraße – ungewöhnlicher Baustil
  • Dossner altes Bauernhaus: Leerstand
  • Deubler: Leerstand
  • Seitz Josef – dominanter Baustil


(4) Anwesen Bußjäger: viele Leerstände (orange)


(5) Bahnhofsplatz im Hinblick auf eine eventuelle Reaktivierung der
Staudenbahn (Stellplätze für Autos und Fahrräder)

 

(6) Ortsrandgestaltung von Gessertshausen kommend eventuell in Verbindung mit dem geplanten Fahrradweg nach Gessertshausen und dem Wirtschaftsweg nach Oberschönenfeld

(Gestaltungsmöglichkeit durch Baumreihen nutzen)

 

(7) Bushaltestelle in der Fuggerstraße (rot)

 

(8) Lindenplatz (orange) – könnte besser begrünt werden (vergl. Sheridan-Park in Augsburg)


(9) Kirchplatz und Kirchberg – eventuelle Bepflanzung des Zauns Stahlzauns am
Kirchberg und der Gemeindefläche im Abzweig von St.-Georg-Str. und Raiffeisenstraße, LEW-Transformator am Eingang zur Klostergasse.


(10) Transformatorhäuschen in der Mozartstr.

 

Diskussion, Anregungen und Impulse:

Zu Bedenken: Eine Befreiung vom Bebauungsplan kostet 2% von der Bausumme.
Da nirgendwo Bauzwang besteht, gibt es auch in Margertshausen viele Baulücken, wie z. B. am Schlauenfeld, Angerfeld, Heidestraße und Musikerviertel.

 

 

Döpshofen

Döpshofen_Ortskarte

Aufgefallen sind:

 

Weiherhof:

  • Altes Sägewerk: gute alte/neue Nutzung
  • Wirtschaft: derzeit geschlossen, schlecht sichtbar durch Baumbewuchs
  • "Hundertswasserhaus": außergewöhnliches, frühes Wochenendhaus - heute ies ds Dauerwohnsitz

 

Döpshofen:

  • Bauwagen: für die Jugned, Jugendtreff
  • Aussiedlerhof: optisch nicht so schön, da weit am vom Ortsrand gelegen
  • Baugebiet am Musmet: familienfreundlich, Einheimischen-Modell, Ortsrandeingrünung fehlt

 

Wichtige Gebäude in Döpshofen:

  • Alte Kläranlage
  • Ehemalige Schreinerei
  • Alter Bader
  • Alter Schmiede
  • Bürgerhaus und Schule
  • Dorfbrunnen
  • Alte Mühle
  • Alter Pfarrhof
  • Kirche

 

Von allen Ortsteilen ist Döpshofen noch der “typischste” mit den meisten alten Häusern.
Teils gute Kombination aus alt und neu - teils schlecht gelungene Erneuerung oder Neubau von Gebäuden.

 

Diskussion, Anregungen und Impulse:


  • Historischer Bauteil sollte erhalten werden
  • Pfarrhof als Projekt ins Auge fassen - oder auch andere Objekte wie Brunnenplatz
  • Innerortsbebauungsplan wäre wünschenswert
  • Im Bebauungsplan die Firstlinie und Baukanten festlegen
  • Viele Freiflächen im Ortsteil, keine Geschäfte - aber Grundstückspreise und Gebäude erschwinglich
  • Eventuelle Umnutzung von Gebäuden
  • Spielplätze anpassen für Jung und Alt

 

 

Ein Blick auf positive Gestaltungsbeispiele

„Das weiße Haus"

 

Als Hommage an die ländliche Bautradition verstand
Robert Pfaud seine Sammlung von Ortsbildern aus
Schwaben und Altbayern. Über Jahrzehnte hinweg entstanden aus der Hand des begabten Zeichners mehr als
hundert detailreiche Ansichten von Dorfplätzen, Straßen-
zügen und idealtypischen Bauformen. Da nach Pfauds
Aussage der „weiß verputzte Ziegelbau seit dem frü-
hen 19. Jaherhundert bestimmend" war, schönte er die mit Tusche skizzierten Häuser mit weißer Kreide und verlieh
der Mappe den Titel „Das weiße Haus".

 


Das umfangreiche Kompendium gliedert sich in zwei
Teile. Den Zeichnungen von Dörfern und Kleinstädten
Schwabens, dem Gebiet, das Pfaud Zwischen Iller und
Amper, Jura und Voralpen ansiedelt, folgen Abbildun-
gen, in denen das schwäbische Bauernhaus mit dem
altbayerischen verglichen wird.

Bauen_Historisch 1

Bauen_Historisch 2 (Dinkelscherben)

Bauen_historisch 3_Kriegshaber

Bauen_historisch 4 (Stadt)

 

Seine Bildserien haben
zum Ziel, „das Erscheinungsbild vorvergangener Zeit
noch einmal in Erinnerung zu bringen".

 

Die gezeichnete Rückschau auf ehemals intakte Siedlungsgefüge mit authentischen, der Landschaft angepassten Haustypen sollte sich keineswegs in einer
nostalgischen Verklärung ländlicher Idyllen erschöpfen.
Vielmehr nahm Pfaud die Darstellung vorbildlicher, tradier
ter Bauweisen zum Anlass, seinem Protest gegen die
Bausünden der Nachkriegszeit Ausdruck zu verleihen:
„Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts haben Struktur-
wandel, ein Überangebot an Baustoffen verschiedenster
Oberflächenwirkung und Mode mit Buntscheckigkeit
und Schnörkelwerk das einheitliche, verbindende nach-
barliche Nebeneinander, Ruhe und Würde im Ortsbild
vielfach zerstört". In zahlreichen Lichtbilder-Vorträgen
stellte Pfaud „Das weiße Haus" den Abbildungen einer
unproportionierten und jeden Ortsbezug missachtenden
Architektur gegenüber, die sich auf dem Land breit
machte und, laut Pfaud, überdeutlich den Verlust an
Maßstäblichkeit und Bescheidenheit vor Augen führte.

 

historisch 5_Giebel

 

Bauen_historisch 5_Türen

 

 

 

 

Hauptziele das Arbeitskreises für die Themen Bauen, Wohnen, Innenentwicklung

 

 

Zusammenfassend und ortsübergreifend konnten folgende Hauptziele definiert werden:

 

  • Sparsamer Umgang mit Bauland
  • Schaffung nachhaltiger und umweltschonender Baugebiete
  • Erhalt ländlicher Gebäude-, Siedlungs- und Erwerbsstrukturen
  • Schaffung von Wohnraum (Jung und Alt, Familien, Singles)
  • Förderung des Zuzugs für die Gemeinde attraktiver Bevölkerungsschichten
  • Förderung nachhaltiger Gewerbeansiedlung
  • Harmonische Einbettung der Orte ins Landschaftsbild

 

 

Alle Ziele und Maßnahmen zum Download

Eine ausführliche Liste mit allen Zielen und Ideen für die Umsetzung durch verschiedene Maßnahmen finden Sie hier.

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