Zum Inhalt (ALT-C)
Zur Navigation (ALT-N)
Zur Startseite (ALT-S)

Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen  |  E-Mail: info@gessertshausen.de  |  Online: http://www.vg-gessertshausen.de

AK Verkehr - B 300-Umfahrung - Zwischenergebnis 12.04.

Mehrere Sitzungen zur B 300-Umfahrung - eingeladen waren auch Fachleute und das zuständige Bauamt
AK Verkehr_Statements_Titelbild
B300-Umfahrungsvarianten für Gessertshausen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist Stand der Planungen für die Ortsumfahrung?

 

Der Bedarf für eine Ortsumfahrung in Gessertshausen ist im bis 2015 gültigen Bundesverkehrswegeplan, der im Zuge der Generalverkehrsplanung des Bundes erstellt wird, mit höchster Dringlichkeit festgestellt. Diese Einstufung führte daher zum Beginn der Planungen.

 

Aktuell befindet sich die Planung auf der Stufe des Raumordnungsverfahrens. Diese liegt wie aus dem Schaubild ersichtlich noch in der frühen Phase des gesamten Planungsverfahrens. (Quelle: Oberste Baubehörde im Bayer. Staatsministerium des Innern, Straßen und Brückenbau)

 

Ist die Linienführung einer Trasse einmal festgelegt, wird sie mit der Planfeststellung genehmigt. Erst danach kann mit der eigentlichen Umsetzung begonnen werden.

 

 

Planungsphase Bundesfernstrßenprojekte

 

 

Die Ortsumfahrung Gessertshausen

 

Variantenbild Ortsumfahrung B 300

 

Der Vorentwurf für die Ortsumgehung Diedorf erhielt Ende Dezember 2012 den Sichtvermerk durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Für Gessertshausen bedeutet dies

  • erstens, daß die Planungsverfahren für beide Gemeinden getrennt voneinander bearbeitet werden, wobei Diedorf einen zeitlichen Vorsprung besitzt.
  • zweitens, daß die B300 im Bereich zwischen Gessertshausen und Diedorf auf ihrer alten Trasse verbleibt.

 

Für die weitere Diskussion spielen daher nur noch die auf der Karte eingezeichneten Varianten eine Rolle.

 

Nachdem grundsätzlich in Deutschland mehr Projekte geplant sind, als Geld in den Haushaltskassen vorhanden ist, werden Projekte, bei denen vor Ort kein Konsens über den Streckenverlauf und andere Einzelheiten besteht, nach den bisherigen Erfahrungen nicht erfolgreich fortgeführt. Wobei grundsätzlich ausgeführt werden muss, dass die Zustimmung der betroffenen Gemeinde nicht zwingende Voraussetzung für die Baumaßnahme und deren Baubeginn ist, da es sich um ein Bauvorhaben des Bundes handelt. Diese Zustimmung wird allerdings immer angestrebt.

 

Der derzeitige Stillstand in Gessertshausen bedeutet aber, dass keine weitreichenden Entwicklungen in der Gemeinde und den dazugehörigen Ortsteilen angestoßen werden können. Wenn man die Sache voranbringen will, dann muss in der Gemeinde eine Einigung erreicht werden.

 

 

Natur und Umwelt

 

Natur und Umwelt - B 300

Die abgebildete Karte stellt die genaue Verteilung der Habitate der unten angesprochenen Arten sowie die Verteilung der schützenswerten Flächen im FFH-Gebiet dar.

 

Eine auf den aktuellen gesetzlichen Regelungen basierende Umweltverträglichkeitsstudie (UVS), die u.a. die Auswirkungen der Trassenführung auf Mensch und Umwelt zum Inhalt hat, wurde im Jahre 2000 zu Ende gebracht.

2010 wurden als Ergänzung zur Umweltverträglichkeitsstudie von 2000 Kurzzusammenstellungen für die Mader- und die Bahntrasse erstellt.

Die Schmutterau erhielt Jahre 2004 den Status eines FFH-Gebietes (Fauna-Flora-Habitat) und wurde als Natura2000 Gebiet ausgewiesen. Bei beiden Einstufungen geht es um den Schutz besonders erhaltenswerter Biotope und Lebensräume bedrohter Arten.

Die damit notwendige FFH-Verträglichkeitsstudie wurde im Jahr 2008 für jede Trassenvariante ebenfalls durchgeführt. Im Gemeindebereich ergab sich dabei:

  • daß insbesondere zwei Schmetterlingsarten (Heller und Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling), eine Libellenart (grüne Keiljungfer), das Donau-Neunauge sowie der Biber als schützenswerte Arten vorkommen.

 

  • Ebenso befinden sich in der Schmutterau besonders schützenswerte Lebensraumtypen (LRT). Im Gemeindegebiet sind dies insbesondere sogenannte „magere Flachlandmähwiesen“. Diese bieten im Durchschnitt etwa 35 Pflanzenarten einen Lebensraum, wohingegen eine „normale“ Vielschnittwiese im Durchschnitt nur etwa 15 Arten beherbergt.


Eine erhebliche Beeinträchtigung solcher sog. „Erhaltungsziele“ eines FFH-Gebiets ist rechtlich nur möglich, wenn Belange des überwiegenden öffentlichen Interesses dagegen sprechen und es keine Alternativen in der Planung gibt.

 

 

Wasserwirtschaft

 

Das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth ist im Verfahren als Fachbehörde und nicht als rechtliche Prüfinstanz tätig. Es begleitet den weiteren Verlauf des Verfahrens als Gutachter. Eine Aufgabe des Wasserwirtschaftsamtes ist es dabei, mit Hilfe eines Computer-Modells die Auswirkungen einer geplanten Trasse auf Hochwasserereignisse zu ermitteln. Diese werden fachlich geprüft und bewertet. Zur besseren Visualisierung wird dabei eine Karte, die die Abweichung im Wasserspiegel bei Hochwasserereignissen unter Einbeziehung einer geplanten Trasse gegenüber dem jetzigen Stand aufzeigt, erstellt. In dieses Modell fließen die Erkenntnisse aus den letzten Hochwasserereignissen ein.

 

Wasserwirtschaft 1 Diese Karte zeigt ausschnittsweise die derzeit bestehende Situation anhand des vom WWA Donauwörth für den statistisch einmal in 100 Jahren überschrittenen Hochwasserabfluss (HQ100) ermittelten Überschwem-mungsgebiets der Schmutter im Gemeindegebiet. (Quelle: Infor-mationsdienst Überschwemmungs-gefährdete Gebiete (IÜG) des Bay. Landesamtes für Umwelt)
Wasserwirtschaft 2 Nachdem mehrere Gutachten korrigiert und verworfen wurden, führt das Wasserwirtschaftsamt in seiner Stellungnahme vom 10.10.2008 aus, dass eine Nordumfahrung mit Südspange erhebliche Wasserspiegelerhöhungen bis über 10 cm mit sich bringt. Betroffen hiervon wäre vor allem der Ortsteil Dietkirch. Die Auswirkungen der Nordtrasse in Hochlage mit Südspange gemäß dem Modell des Wasserwirtschatsamtes sind in diesem unteren Schaubild zu erkennen.

 



Bei der Südtrasse sind durch die beabsichtigten Brückenbauwerke keine gravierenden Veränderungen der Rückstausituation zu befürchten. Es bliebe lediglich die Möglichkeit zu prüfen, ob die Querung der Schwarzach mit einem Rückhaltebecken verbunden werden kann.

 

 

Verkehr

 

 

Ein im Jahr 2008 durchgeführtes Verkehrsgutachten kam zu folgendem Ergebnis:

 

  • "Die Belastung der B 300, Augsburger Straße in Gessertshausen hat seit 1995 um 17 % von 12.400 auf 14.500 Kfz/Tag zugenommen, der Schwerverkehr ist sogar um 46 % von 960 auf 1.400 Kfz/Tag angewachsen."
  • "Westlich Gessertshausen ist die Belastung der B 300 um 9 % von 6.800 auf 7.400 Kfz/Tag angestiegen (Schwerverkehr +38 % von 710 auf 980 Kfz/Tag) und südlich Gessertshausen hat die Belastung der St 2026 um 14 % von 5.900 auf 6.700 Kfz/Tag zugenommen (Schwerverkehr +14% von 360 auf 410 Kfz/Tag)."
  • "Die Verkehrszunahme in den 13 Jahren lag somit insgesamt bei mehr als 1 % pro Jahr."
  • "Eine Entlastung der Ortsdurchfahrt ist dringend erforderlich."

 

Seit dem Jahr 2000 stagniert gemäß den Zählungen an den Zählstellen die Verkehrsbelastung durch PKW und LKW in Gessertshausen. Der Wert für eine durchschnittliche bayerische Bundesstraße liegt im Übrigen aktuell bei ca. 10.000 KfZ/Tag.

 

Verkehrsströme

 

„Durch eine Umfahrung von Gessertshausen einschließlich ergänzender Maßnahmen kann die Ortsdurchfahrt um 70 – 80 % wirksam entlastet werden. Aus verkehrlicher Sicht sind die Südumfahrung und Nordumfahrung fast gleichwertig.

Für Gessertshausen wichtig ist die Verlegung der B 300, da damit bereits ohne die verschiedenen Zusatzmaßnahmen im Westen von Gessertshausen eine Entlastung in der Ortsmitte von Gessertshausen um 50 – 60 % erreicht werden kann.

Durch zusätzliche Maßnahmen wie eine Westspange westlich oder östlich Dietkirch bzw. die Führung der St 2026 bereits westlich von Margertshausen zur B 300 kann die Entlastungswirkung einer Nordumfahrung auf 70 – 80 % gesteigert werden.“

 

Ergebnisse des Raumordnungsverfahrens

 

Auszug aus der landesplanerischen Beurteilung vom 31.01.2002 D Raumordnerische Gesamtabwägung

 

„Die geplanten Ortsumfahrungen von Diedorf und Gessertshausen werden die dort wohnende Bevölkerung von Verkehrslärm entlasten und die Verkehrsanbindung des Raumes westlich von Augsburg und damit auch dessen Standortqualität verbessern. Darüber hinaus werden dem Siedlungsschwerpunkt Diedorf und dem Kleinzentrum Gessertshausen dadurch neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet. Von daher wirken sich diese Straßenbaumaßnahmen positiv auf die Raumentwicklung aus, so dass im Rahmen des Raumordnungsverfahrens vor allem zu prüfen war, ob den vorgeschlagenen Linienführungen andere Interessen entgegenstehen bzw. wie sie ggf. mit diesen in Einklang gebracht werden können.

 

Die Variante G und die Wahllinie 1 G (einschließlich der Fortführung 2 G) (Nordumfahrungen Anm.d.R.) beeinträchtigen in einem landesplanerisch nicht mehr vertretbaren Maße die Belange des Natur-und Landschaftsschutzes und der Wasserwirtschaft Die Linienführungen verlaufen zu einem erheblichen Teil im Überschwemmungsgebiet der Schmutter sowie in dem landesweit bedeutsamen Biotopkomplex entlang der Schmutter. Wie die Sachverhaltsermittlungen ergeben haben, erreichen vor allem die Eingriffe in den Hochwasserabfluss, in den Retentionsraum entlang der Schmutter, in die Gewässerökologie und in das Grundwasser einen aus der Sicht der Raumordnung sehr bedeutenden Umfang. Es wären umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen am Oberlauf der Schmutter bzw. an ihren Zuflüssen erforderlich, die bisher nicht untersucht sind und für die erst die notwendigen Planungs- und Genehmigungsverfahren durchzuführen wären. Ihre Realisierung ist also, wenn überhaupt, allenfalls in einer späteren Zukunft erreichbar. Darüber hinaus treten aufgrund der erforderlichen Dammbauten im weithin einsehbaren Talraum massive landschaftliche Beeinträchtigungen auf. Auch muss mit nachhaltigen Störungen des Naturhaushalts gerechnet werden. Die bezüglich der Wasserwirtschaft nicht und bezüglich des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes nur zu einem Teil ausgleichbaren Eingriffe besitzen in der Summe eine so hohe Gewichtigkeit, dass die Regierung in der Abwägung der Vor- und Nachteile trotz der unbestreitbaren Notwendigkeit einer Umgehungsstraße zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die Schmuttertaltrassen nicht den Erfordernissen der Raumordnung entsprechen.

 

Die Wahllinie 3 G (Südumfahrung Anm.d.R.) verläuft zu einem großen Teil im Waldgebiet südöstlich von Gessertshausen. Die Regierung hatte daher zu prüfen, ob die Vorteile der Wahllinie 3 G für die Entwicklung des Raumes höher zu bewerten sind als die Beeinträchtigungen der Funktionen des Waldes und die nachteiligen Eingriffe in andere Belange. Nach Überzeugung der Regierung ist die Realisierung der Ortsumgehung von Gessertshausen von erheblicher Bedeutung für die weitere Entwicklung der Gemeinde Gessertshausen, für die Entlastung der Bevölkerung von Verkehrsimmissionen und für die Verbesserung der Verkehrsbeziehungen und damit der Standortqualität im Raum westlich von Augsburg. Auch erfolgt mit der Wahllinie 3 G eine besonders verkehrswirksame Anbindung der St 2026 mit ihrem hohen Verkehrsaufkommen aus dem Staudengebiet. Der betroffene Wald ist als Bannwald ausgewiesen und dient zum Teil als Sturmschutzwald. Eine Inanspruchnahme dieser Flächen für die B 300 ist daher nur dann vertretbar, wenn geeignete Alternativen nicht zur Verfügung stehen und die Maßnahme als solche eine besonders hohe Wertigkeit für die Allgemeinheit besitzt. Dies ist vorliegend der Fall. Dem Ziel der Waldflächenerhaltung kann durch entsprechende Ersatzaufforstungen entsprechend der Maßgabe zur Forstwirtschaft im wesentlichen Rechnung getragen werden. Die Einwendungen und Bedenken wegen der Beeinträchtigungen der von dieser Trasse berührten Belange (vor allem Erholung; Forstwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz, Landwirtschaft) können sich zur Überzeugung der Regierung auch in ihrer Summe nicht gegen das dringende Erfordernis eines Neubaus der B 300 durchsetzen. Dabei wird nicht verkannt, dass die Rodung von Wald und die Inanspruchnahme von ökologisch wertvollen Flächen im Schwarzachtal und im Schmuttertal sowie die Querung eines wichtigen Erholungsgebietes bedeutsame und schwerwiegende Eingriffe darstellen. Sie können jedoch durch wirkungsvolle Minimierungsmaßnahmen sowie äquivalente Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen deutlich verringert werden. Daher stellen sie in der Abwägung der Vor- und Nachteile aus der überörtlichen Sicht der Raumordnung diese Wahllinie nicht grundsätzlich in Frage. Gegenüber den geplanten Trassen 1 G, 2 G und G im Schmuttertal war in der Abwägung sowohl eine höhere Gewichtung der Vorteile als auch eine geringere Gewichtung der Nachteile zu berücksichtigen. Zum einen wird mit der Wahllinie 3 G eine hohe Verkehrswirksamkeit erreicht und Gessertshausen in höherem Maße von Lärm entlastet. Zum anderen wird der Belang des Hochwasserschutzes nur in einem geringen Maße tangiert. Darüber hinaus erfährt auch der Belang des Natur- und Bodenschutzes - trotz einer längeren Trasse - in weit geringerem Maße nachteilige Eingriffe.

 

In der Gesamtschau ergibt sich daraus eine deutlich geringere Belastung der betroffenen Schutzgüter. Dies führt zum Ergebnis, dass in der Abwägung die Wahllinie 3 G mit Maßgaben landesplanerisch positiv beurteilt werden kann, da die Vorteile die Nachteile überwiegen. Demgegenüber sind die Nachteile der Wahllinien 1 G und 2 G sowie der Variante G nach Überzeugung der Regierung wesentlich bedeutsamer und überwiegen dort die - darüber hinaus geringeren - Vorteile der Ortsumfahrung. Daher entsprechen diese nach Auffassung der Regierung nicht den Erfordernissen der Raumordnung.

 

 

Auszug aus dem Schreiben vom 21.10.2009 der Regierung von Schwaben

 

Überprüfung der landesplanerischen Beurteilung vom 31.01.2002 A.3 Gesamtabwägung

 

„Da sich, wie aus den vorhergehenden Erwägungen hervorgeht, die Beurteilungsgrundlagen der landesplanerischen Beurteilung vom 31.01.2002 hinsichtlich der Belange des Naturschutzes und der Wasserwirtschaft allenfalls graduell geändert haben und auch keine geänderten oder ergänzten Projektunterlagen vorgelegt worden sind, ist eine erneute landesplanerische Überprüfung zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht veranlasst. Das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens ist nach dem heutigen Kenntnisstand nicht in Frage gestellt.“

 

 

drucken nach oben