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Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen  |  E-Mail: info@gessertshausen.de  |  Online: http://www.vg-gessertshausen.de

AK Verkehr - Staudenbahn - Zwischenergebnis 12.04.

Wünschenswert: stündliche, in Stoßzeiten halbstündliche Anbindung der Stauden an Augsburg
Staudenbahn_ebenerdig einsteigen
Barrierefreie und moderne Bahnhöfe und Züge machen das Bahnfahren noch attraktiver.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Um das Thema Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV) umfassend besprechen zu können, hatte der Arbeitskreis Verkehr Hubert Teichmann als Vertreter der BBG Stauden eingeladen. Die BBG Stauden besitzt die Konzession als Infrastrukturbetreiber der Staudenbahn bis zum Jahr 2050 und bemüht sich seit langem um die Reaktivierung der Strecke. Bereitwillig und mit viel Leidenschaft erläuterte Hubert Teichmann in seinem Vortrag den Mitgliedern des Arbeitskreises die Planung und den aktuellen Sachstand zu diesem Vorhaben.

 

 

 

Die Ausgangslage für Gessertshausen und die Region Stauden ist demnach durch folgende zentrale Gegebenheiten gekennzeichnet:

 

Staudenbahn Nachfrage
    • Die B300 sowie die Staatsstraße 2026 (von Fischach kommend) weisen erhebliche Verkehrsbelastungen auf. Der P+R Platz in Gessertshausen ist durch mit dem Auto anfahrende Pendler extrem belastet.

     

      • Der Busverkehr ist unattraktiv. Am Wochenende fährt nur ein Buspaar in die Stauden. Oberschönenfeld ist gar nicht angeschlossen.

       

        • Der Standort Stauden ist für Pendler zunehmend unattraktiv. Die Jungen ziehen in die Ballungszentren; mit negativen Auswirkungen auf die demografische Entwicklung der Gemeinden und deren Steuereinnahmen.

         

          • Die zunehmend hohen Spritpreise belasten die Kaufkraft der Bevölkerung.

            Fahrgastzahlen aus 2001 (RES Jan - Mai 2001)

             

             

             


            Die vorrangigen Ziele, die durch eine Reaktivierung der Staudenbahn erreicht werden sollen, definierte Hubert Teichmann wie folgt:

             

              • Die Verkehrsbelastung für die Orte Fischach, Gessertshausen und Diedorf soll erheblich reduziert werden.

               

                • Es soll eine schnelle, umsteigefreie Anbindung an Augsburg, mit Umsteigemöglichkeit nach München geschaffen werden.

                 

                  • Die Region Stauden soll als Naherholungsgebiet, Siedlungsraum und Wirtschaftsstandort gestärkt und entwickelt werden.
                    Staudenbahn Ziel

                    Zielzustand: rot - 15 minütiger Takt; blau - 30 minütiger Takt; schwarz - 60 minütiger Takt

                     

                     


                    Um diese Ziele zu erreichen, muß eine moderne Infrastruktur geschaffen werden, die heutigen Ansprüchen genügt. Hierzu zählt neben komfortablen Zügen auch die Modernisierung der Bahnhöfe. Diese sollen neben einem zeitgemäßen Ambiente vor allem einen ebenerdigen Zustieg ermöglichen.

                     

                     

                    Staudenbahn Bahnhof Staudenbahn_ebenerdig einsteigen
                    Ebenerdiger Einstieg

                     

                    In der jetzigen Situation besitzen keine zwei Bahnhöfe die gleiche Bahnsteighöhe. Unter- bzw. Überführungen für ein gefahrloses Queren der Gleise sind ebenso erforderlich wie die Renovierung von Brücken und die Schaffung guter Busanbindungen.


                    In der derzeitigen Planung stellt sich das Fahrplanangebot der Staudenbahn wie folgt dar:

                     

                      • Täglich ermöglicht die Bahn im Stundentakt, umsteigefrei von den Stauden nach Augsburg zu fahren.

                       

                      • An Werktagen werden zusätzliche Züge eingesetzt, die im Halbstundentakt nach Gessertshausen fahren und einen Anschluß an die dort nach Augsburg fahrenden Züge ermöglichen.

                       

                      • Nach Inbetriebnahme der Staudenbahn sollen die Buskilometer in den Stauden gleich bleiben. Dadurch können die durch die Staudenbahn entfallenen Busse anderweitig eingesetzt werden, unter anderem auch als Zubringer zur Bahn

                         

                         

                        Der Streckenplan sowie die Haltepunkte ergeben sich aus folgendem Schaubild.

                         

                         

                        Staudenbahn Haltestellen

                         

                         

                        Kostenberechnungen


                        Für das Projekt hat die BBG Stauden eine Kostenschätzung vorgenommen. Dieser Schätzung, so erläuterte Herr Teichmann, liegen konkrete Angebote zweier namhafter Firmen vor. Die Kostenschätzung sei mit dem STMWVIT (Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur und Technologie) abgestimmt und enthalte sowohl die Gemeindeanteile an der Investition als auch die komplette Leit- und Sicherungstechnik. Demnach beträgt die Erstinvestition in die Strecke bei Realisierung einer Dieselvariante rund € 15,5 Mio., bei einer Elektrovariante € 17,5 Mio.

                         

                        Aufgrund des wegen der höheren Investition bestehenden Widerstandes gegen eine Elektrifizierung verfolgt die BBG Stauden aktuell die Dieselvariante. Die ökologischen Nachteile dieser Variante können möglicherweise durch aktuelle technische Entwicklungen im Lokomotivbau abgemildert werden. So sollen Hybridlokomotiven ihre Bremsenergie in Akkus einspeisen und als Antriebsenergie nutzen. Im vorliegenden Angebot ist der Ausbau der Strecke so geplant, daß ein Zweizugbetrieb möglich wird.


                        Für die Erstinvestition in die Strecke ergäben sich für die beteiligten Gemeinden und öffentlichen Träger folgende Kostenanteile, die diese zunächst jeweils zu tragen hätten:

                         

                        Gessertshausen: 322.751,00 €

                        Fischach:

                        1.335.208,00 €

                        Langenneufnach:

                        590.794,00 €

                        Landkreis:

                        65.450,00 €

                        Staatl. Bauamt:

                        71.023,33 €

                         

                        Der Kostenanteil für die Gemeinde Gessertshausen errechnet sich dabei gerundet wie folgt:

                         

                        Technische Sicherung: 195.000,- €
                        Haltepunkte: 187.000,- €
                        Sicherheitszuschlag: 38.000,- €
                        Abzgl. Zuschüsse: - 97.000,- €
                        323.000,-

                         


                        Nach Abzug der Kostenanteile und weiterer Zuschüsse verbliebe für das Gesamtprojekt ein zu finanzierender Betrag bei der Dieselvariante von 11.109.692,00 € (Elektrovariante: 13.109.692,00 €). Der vorzufinanzierende Betrag könnte über eine 15-jährige Bestellgarantie des Freistaats Bayern refinanziert werden. Die BBG Stauden würde gegen ein fixes Jahresentgelt weiterhin die Infrastrukturdienstleistung auf der Staudenbahnstrecke erbringen.

                        Bei 25 Zugpaaren, die von Montag bis Freitag im Einsatz wären, sowie 17 Zugpaaren am Wochenende ergeben sich 213.304 ZugKm pro Jahr. Abzüglich gewährter, öffentlicher Zuschüsse von € 217.327,- pro Jahr wäre eine Trassenpreis von € 5,39 pro ZugKm bei der Dieselvariante (Elektrovriante € 6,35) erforderlich.

                         

                        Genau über diesen Preis wird in Kürze bei einem Termin in München zwischen den Bürgermeistern der beteiligten Gemeinden, dem Landrat und Vertretern des zuständigen Ministeriums verhandelt. Das Erreichen dieser Zahl ist dabei durchaus realistisch. (KB)

                         

                        (Bildmaterial: Hubert Teichmann)

                         

                         

                        Staudenbahn Landschaft

                         

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