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Verwaltungsgemeinschaft Gessertshausen  |  E-Mail: info@gessertshausen.de  |  Online: http://www.vg-gessertshausen.de

SDL-Seminar - "Gessertshausen - Tor zu den Stauden"

SDL - Bild

 

 

 

Bereits im Jahr 2002 hatten aus der Gemeinde Gessertshausen Vertreter der Lokalen Agenda 21 und des Gemeinderates an der Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) im ehemaligen Klostergebäude das Marktes Thierhaupten das Leitbild „Gessertshausen - Tor zu den Stauden" entwickelt. Seither fristete dieses einen Dornröschenschlaf und wurde fast vergessen. Die neue Bürgermeisterin Claudia Schuster jedoch griff bereits in einer ihrer ersten Gemeinderatssitzungen das Thema wieder auf und schlug den Gemeinderäten vor,   den damals erarbeiteten  Leitspruch mit neuem Leben zu erfüllen.

 

 

 

 

 

Nach positiver Rückmeldung seitens der Gemeinderäte war mit Gerlinde Augustin, der Geschäftsführerin der SDL Thierhaupten, schnell ein passender Termin für ein Gessertshauser Ortsentwicklungsseminar vereinbart. Am 18. März war es dann soweit: Der Gemeinderat Gessertshausen trat samt Bürgermeisterin mit fast vollzählig versammelter Mannschaft - nur ein Gemeinderat war wegen eines Sonderauftrages für die 800-Jahr Feier in Oberschönenfeld unabkömmlich - um 14 Uhr in den ehrwürdigen Klostergemäuern an, um sich eingehend Gedanken über die künftige Entwicklung der Gemeinde Gessertshausen zu machen. Die Teilnehmer wurden von Huberta Bock vom Amt für ländliche Entwicklung in Krumbach und dem Landschaftsarchitekten Wilhelm Daurer begrüßt. Dieses kompetente Moderatorenteam begleitete die Gessertshauser durch das zweitägige Seminar und gab währenddessen gekonnt Hilfestellung und fachlichen Input, ohne jedoch die eigenen Gedanken der Seminaristen in eine bestimmte Richtung zu drängen.

 

Der Seminarauftakt begann mit einer Vorstellungsrunde, bei der auch die Erwartungen an das Seminar formuliert wurden. Im Anschluss daran wurde in einem zeitlichen Rückblick bis zum Jahr 2002 der rote Faden vom damaligen Seminar wieder aufgenommen. Verwundert rieben sich einige Teilnehmer die Augen was sich innerhalb eines Jahrzehnts - trotz vermeintlichen Stillstands - so alles in der Gemeinde getan hat: Der Neubau der Bürgerhäuser in Margertshausen und Döpshofen, die Renovierung des alten Bahnhofkomplexes, die Etablierung eines Ärztehauses, die Erweiterung des Kindergartens mit eigener Kindergrippe sowie die energetische Sanierung der Grundschule sind nur einige Punkte die hier positiv genannt wurden. Natürlich stehen diesen auch negative Entwicklungen wie die Schließung des Holzverarbeitungsbetriebes MOCO, die seit einigen Jahren abnehmende Bevölkerungszahlen und der Verlust der Teilhauptschule gegenüber.

 

Um den aktuellen Entwicklungsstand der Gemeinde Gessertshausen zu vergegenwärtigen, wurden in Gruppenarbeit die Stärken und Schwächen der Gemeinde analysiert und anschließend die Ergebnisse systematisch nach Themenschwerpunkte geordnet. Als Ergebnis konnten hieraus sieben Handlungsfelder für die künftige Ortsentwicklung abgeleitet werden: I. Gewerbe, Arbeit und Wertschöpfung / II. Infrastruktur, Verkehr und Versorgung / III. Soziales und Dorfkultur / IV. Bauen und Wohnen / V. Kommunales und Marketing / VI. Erholung und Kulturlandschaft / VII. Besonderheiten und Leuchttürme.

 

Der erste Seminartag endete gegen 19 Uhr erfolgreich. Die am Freitagnachmittag entstandenen Ideen und Visionen wurden jedoch auch am Abend im Klostergasthof noch weiterentwickelt und ausgebaut. Am Samstagmorgen ging es den Klosterberg hinauf und der zweite Seminartag begann.

 

Die Aufgabe zu Beginn lautete: Welche Ziele sind für die Gemeinde Gessertshausen in den nächsten Jahren wichtig? Zu drei Gruppen zusammengewürfelt, visualisierten die Gemeinderäte und die Bürgermeisterin Zukunftspläne indem sie thematische und räumliche Aspekte unter Berücksichtigung der sieben erarbeiteten Handlungsfelder miteinander vernetzten und zu Papier brachten. Heraus kamen anschauliche Planübersichten, die mit einem Blick über die künftigen Entwicklungsabsichten der Gemeinde mehr aussagen als so manch dickes Gutachten. Vor und nach der Erstellung der Zukunftspläne regten die Moderatoren mit Impulsvorträgen über Möglichkeiten der informellen Planung (Leitgedanken, Runde Tische, Bürgermitwirkung,...) Mehrgenerationen-Häusern, Arten der Nachbarschaftshilfe, alternative Energieformen und Vorteile einer innovativen Innenentwicklung die Ideenfindung der Teilnehmer an.

 

Nachmittags ging es in die letzte Phase des Seminars: Es stellte sich nun die Frage, wie die im Seminar erarbeiteten Ideen wohl am besten in die Tat umgesetzt werden könnten. Aufbauend auf die Zukunftspläne wurden deswegen konkrete Projektvorschläge erarbeitet und diese hinsichtlich ihrer Priorität und zeitlichen Dimension in kurz-, mittel- und langfristig umsetzbar unterteilt. Beispiele der erarbeiteten Maßnahmen für die künftige Gemeindeentwicklung sind ein Infopoint am alten Bahnhofsgelände, eine naturnahe Freizeitmeile mit Wassertretanlage, Teich und Ruhepunkten im Schwarzachbereich, ein schlüssiges Gaststättenkonzept, der Aufbau eines Leerstandsmanagement-Systems für ungenutzte Grundstücke und Gebäude, eine Hackschnitzel-Heizzentrale im Bereich der Schwarzachhalle, die Ausarbeitung einer Freizeit- und Erholungskarte, die Etablierung eines Kulturkreises, die Anlage eines kulturhistorischen Pfades, der Ausbau der Angebote für junge Familien (mit Möglichkeit des Erwerbs von günstigem Bauland) und Senioren (Mehrgenerationenhaus, Nachbarschaftshilfe), neue Nutzungskonzepte für das brachliegende MOCO-Gelände und Möglichkeiten zur Entscheidungsfindung für eine künftige Ortsumfahrung. Am Ende des Seminars wurde ein Aktionsplan erstellt, der konkret aufzeigt, wer was bis wann bewerkstelligt, damit es zu den ersten Projektumsetzungen kommt.

Im Rahmen des zweitägigen Dorfentwicklungsseminars in Thierhaupten gelang es den Mitgliedern des Gemeinderates gemeinsam in konstruktiver Teamarbeit wichtige Ideen und Maßnahmenvorschläge zu erarbeiten. Diese werden in den kommenden Jahren entscheidend dazu beitragen, dass sich die Gemeinde Gessertshausen auf dem richtigen Weg in eine lebenswerte Zukunft befindet. Zum Seminar wurde von den Moderatoren eine ausführliche Dokumentation erstellt, die alle erarbeiteten Ergebnisse enthält.

 

Die Dokumentation kann im Anhang (siehe unten) oder direkt im Rathaus eingesehen werden, dort sind derzeit auch die Skizzen und Übersichten, die auf dem Seminar entstanden sind, ausgestellt (Flur des 1. Stockwerks).

 

Falls Sie selbst Interesse an der Mitarbeit an einem bestimmten Projekt haben oder auch neue Ideen zur Gemeindeentwicklung beisteuern wollen, sind Sie herzlich zur „Bürgerwerkstatt" der Gemeinde Gessertshausen eingeladen, die in den kommenden Monaten ins Leben gerufen wird.

(wb)

 

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